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    • Neu leben

      Besonders berührend beim Sitzen ist für mich die Einladung und Zumutung, jeden Moment neu zu leben. Wirklich Neu! Ohne Last und Lorbeeren des vorherigen - ohne Planen, Sicherheit und Vorbestimmung des nächsten; leer zu werden für diesen gegenwärtigen Moment.

      Ich hatte gedachte, dass ich mich kennen würde. Hätte man mich gefragt, ob ich sitzen, atmen und bis zehn zählen könne, ich hätte es leichterhand bejaht. Ich kann es nicht -  und darf es je neu üben. Dies mit meinem ganzen KörperSeeleGeist zu erfahren, ist für mich ein großes Geschenk, das weit über das Meditieren hinausgeht. Dieses innere Leerwerden erfüllt mich, macht mich auch im Alltag präsenter und verändert meine Beziehung zu mir, zu anderen und zu Gott.

      Stephanie Hahn, Pulheim


      Anfänger-Geist

      „Meditation ist für mich eine Möglichkeit, aus dem oft hektischen, lärmenden Alltag in die Stille zu kommen um loszulassen und einfach zu sein; mich zu verbinden mit der Quelle, die in mir und in allem ist.

      Manchmal spüre ich die friedvolle, ruhige Leere, die zugleich Fülle ist, weil es in ihr keinen Mangel gibt.

      Meditation ist aber immer wieder auch üben, selbst nach vielen Jahren der Praxis: Zen-Geist ist Anfänger-Geist…“

      Katja Stern, Bonn


      Reise in die Leere

      Drei Tage im Kloster - Ein Erfahrungsbericht

      Im Mittelalter gab es noch keine Koffer, die man auf Rollen hinter sich her zog. Meinen trage ich also die ungleichmäßigen Stufen hoch auf den Michaelsberg zur Benediktiner-Abtei. Gegründet wurde das Kloster 1064, heute leben hier 14 Mönche. Oben angelangt fehlt mir der Atem - ich höre meinen schnellen Atem, denn es ist ganz ruhig. Ein Exerzitienhaus ist ein Ort der Stille. Hier spricht, was fehlt. … (kompletter Text)

      Frank Berzbach, Bonn

      veröffentlicht: Frank Berzbach, in: Scheideweg - Jahresschrift für skeptisches Denken, Nr. 40, Jg. 2010/11


      Schweigen

      Drei Mönche kommen zusammen, die ein einwöchiges Sesshin im Stillschweigen machen wollen. Sagt der erste am Abend: Wir können aber gut schweigen. Der Zweite: Aber jetzt hast Du doch geredet. Darauf der dritte: Ich bin wohl hier der einzige, der schweigen kann.

      Zen-Geschichte

    • Verändert

      Man wundert sich über sich selbst und fragt sich vielleicht: Bin ich denn ein anderer Mensch geworden? Und gelingt es nicht gleich, mit einer Situation fertig  zu werden, so gelingt es doch viel schneller als zuvor. Unsere Mitmenschen werden uns kaum noch oder gar nicht mehr Anlass zu Ärger und, was nicht weniger wichtig ist, wir werden für die anderen angenehmere Menschen. Wir brausen nicht mehr auf, sind nicht mehr so launenhaft oder melancholisch oder was sonst einen Menschen zur Plage seines Mitmenschen machen kann.

      Hugo Enomiya-Lassalle (1898-1990)


      Kontemplation und Glück

      Als ich das erste Mal die Kath. Familienbildungsstätte in Bonn betrat, in der ich seitdem Kontemplation anbiete, sah ich im Treppenhaus das Plakat einer Kunstausstellung über den Maler August Macke mit dem Titel „Kontemplation und Glück“. Welch eine Begrüßung, dachte ich, für meinen Start als Kontemplationslehrer. Die drei Worte treffen den Kern meiner Meditationserfahrung: Dieser Weg nach innen und nach außen ist ein Weg zum Glück, zu mehr Freude im Leben, zur Zufriedenheit.

      Winfried Semmler-Koddenbrock, Bonn


      Alles verwandeln

      Die Sitzmeditation ist einfach nur langweilig. Zumindest am Anfang. Und lass dir versichern, dass du durch das Rumsitzen und Anstarren von weißen Wänden alles verwandeln kannst. Alles. Das ist keine Metapher. Es ist keine Übertreibung. Es ist ganz einfach eine Tatsache.

      Brad Warner, Zen-Meister und Punk-Musiker, Los Angeles
      aus: Frank Berzbach, Die Kunst ein kreatives Leben zu führen, Mainz 2013, S. 173


      Schale der Liebe

      Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale und nicht als Kanal, der fast gleichzeitig empfängt und weitergibt, während jene wartet, bis sie gefüllt ist. Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen Schaden weiter.Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugießen, und habe nicht den Wunsch, freigiebiger zu sein als Gott.Die Schale ahmt die Quelle nach.Erst wenn sie mit Wasser gesättigt ist, strömt sie zum Fluss, wird sie zur See.Du tue das Gleiche!Zuerst anfüllen und dann ausgießen.Die gütige und kluge Liebe ist gewohnt überzuströmen, nicht auszuströmen.Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei leer wirst.Wenn du nämlich mit dir selber schlecht umgehst,wem bist du dann gut?Wenn du kannst, hilf mir aus deiner Fülle;wenn nicht, schone dich.

      Bernhard von Clairvaux, ca. 1090-1153